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Nordrhein-Westfalen – Auf den geheimen Pfade des Ruhrgebiets

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6
mal gelaufen
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1030
Höhenmeter
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Schwierigkeit

Beste Läufe

folgt in Kürze

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Möglichkeiten zur Verpflegung:

  1. ca. km 16,5: Aral Tankstelle, Kreuzung Steinenhaus, Im Hammertal 1, 58456 Witten
  2. ca. km 31,5: Oil Tankstelle, Hattinger Straße 42, 42555 Velbert-Nierenhof
  3. Start/Ziel: LIDL, Sofies Eis & Cafe, Asia Wok, Bäckerei Naber, REWE, Pizzataxi La Taverna
Achtung, der Text ist mit sehr viel Liebe geschrieben (lang)! Die Strecke – wie alles begann: Wer für Ultratrails in den Bergen trainieren will, braucht viele Höhenmeter auf möglichst rumpeligen Pfaden. Aber wie soll das gehen, wenn man in einer Metropolregion wie dem Ruhrgebiet wohnt, eng bebaut und industriell geprägt? Oder wie mir der Ansager im Ziel des Rennsteiglaufs 2011 über Lautsprecher zurief: „Wo kann man als Bochumer für die Berge trainieren?“ – „Vor der Haustür!“, rief ich zurück. Und dachte mir im Übermut: Mensch, was Ihr hier an Höhenmetern auf 72 km anbietet, kriegen wir sogar auf Marathonstrecke hin. So begann die Geschichte des XTR. In Vorbereitung auf den Transalpine Run 2012 erfüllte ich mir einen Kindheitstraum: Einmal den Ruhrhöhenweg (XR) von der Ruhrquelle in Winterberg bis zur Ruhrmündung in den Rhein bei Duisburg laufen. 245 km mit + 4.732 Höhenmetern. Gemeinsam mit meinem Vater und meinem Bruder war ich als Dreikäsehoch immer wieder Abschnitte des Weges gewandert. Damals nahmen wir uns vor, irgendwann die komplette Strecke zu machen. Nun bot es sich endlich an, genau das umzusetzen. In sechs aufeinanderfolgenden Tagesetappen lief ich den XR auch für den guten Zweck und sammelte Spenden für ein Schulprojekt im Läuferland Äthiopien. Während des Laufes stellte ich fest, dass der Ruhrhöhenweg für meinen Geschmack viel zu viel Waldautobahn aufweist und zu wenig schmale Pfade. Ich wollte (und will) aber dahin, wo es dreckig ist. Wo Wurzeln, Steine und Matsch dominieren. Dabei galt es, jeden Höhenmeter mitzunehmen, der irgendwo ungenutzt herumlag. Eine Challenge im Ruhrgebiet. Zehn Jahre hab’ ich – mit Unterstützung meines Freundes Oliver – an einer Rundkurs getüftelt, die in unserer Bubble heute XTR heißt. Das x steht in der Welt der Wanderzeichen für einen überregionalen Weg. Mit dem R als Zusatz ist der Ruhrhöhenweg bezeichnet. Der XTR führt gelegentlich auch über kleine Teile der XR-Strecke. Alles andere sind schmale Trails (T), vereint zu einer großen Runde, die nur das unvermeidliche an Asphalt und Straßenüberquerungen enthält. Eine Runde, auf der den Läuferinnen und Läufern nicht nur viel Grün, sondern auch immer wieder die Bergbaugeschichte des Ruhrgebiets begegnet. Es gibt ihn in auch über verkürzte Routen, hier aber kommt er als volle Dröhnung. Der Streckenverlauf: Das Motto des XTR lautet: Entdecke die geheimen Pfade des Ruhrgebiets! Wer diese Strecke bewältigen möchte, braucht nicht nur Ausdauer, sondern vor allem AUFMERKSAMKEIT. Novizen, die hier nur schnell durchrennen wollen, werden sich garantiert verlaufen. Immer wieder zweigen die zu absolvierenden Trails von den breiteren Wegen ab. Es macht also absolut Sinn, sich den Streckenverlauf nicht nur als Track auf die Uhr zu ziehen, sondern vorher auch einen aufmerksamen Blick auf die Karte (Gelände/Topo) und die Angaben im Text zu werfen. Alle Kilometerhinweise sind ungefähre Angaben, also unbedingt selbst die Augen offen halten, nicht jede GPS-Uhr wirft die gelaufene Streckenlänge gleich aus. Gestartet wird am Otto-Wels-Platz, direkt vor dem S-Bahnhof Bochum-Dahlhausen, ganz in der Nähe des Deutschen Eisenbahnmuseums. Im Uhrzeigersinn gelaufen, führt der Weg zunächst hinüber zur Springorumtrasse, einer zum Radweg umgebauten Bahnlinie, von der man bereits nach wenigen hundert Metern links auf den ersten Trail inklusive Anstieg abbiegt. Der Weg am Hedtberghang enthält einige kurzzeitige Richtungswechsel, führt aber letztlich nordöstlich oberhalb der Bahntrasse Richtung Bochum-Weitmar. Kurz vor Kilometer 3 biegt man rechts ab und astet sich eine Mini-Halde hoch mit etwas Nervenkitzel abwärts. Dann geht’s rechts und wieder links ab durchs Wäldchen. Nach ca. 5,5 km überquert man die vielbefahrene Hattinger Straße (bitte Vorsicht!), um ins Naherholungsgebiet Weitmarer Holz zu wechseln. Kurz vor Kilometer 6 lässt man einen Waldparkplatz links liegen und hat keineswegs Halluzinationen, wenn dort plötzlich der Deutsche-Marathon-Rekordhalter Amanal Petros mit Nils Voigt und Hendrik Pfeiffer vom Olympiastützpunkt Bochum-Wattenscheid herumturnen, die von hier gelegentlich zu Trainingsläufen Richtung Kemnader See aufbrechen. Der XTR führt nun hinunter zum Malakowturm Am Bliestollen (errichtet 1874). Bevor man das denkmalgeschützte Bauwerk erreicht, muss aber erstmal der rechter Hand liegende Breukerhang bewältigt werden. Obacht! Hier führt rechts vom Hauptweg (bei ca. 7,2 km) sofort ein kleiner, schöner Trail bergauf, den man sehr schnell übersehen kann. Von der Kuppe aus verläuft die Strecke auf der anderen Seite des Hauptwegs wieder hinab und zurück zum Bliestollen. Weiter geht’s auf einem versteckten Pfad links von der Straße und hinüber in den südlichen Abschnitt des Weitmarer Holzes. Über einen Anstieg mit leichter Kehre an der Blockhütte oben und einen fluffigen Trail hinab wird das Rauendahl erreicht, wo man sich Richtung Kosterbrücke orientiert. Noch vor der Brückenunterführung nimmt man einen Weg hoch zur Straße, die an der Ampel überquert wird. Gegenüber liegt der Henkenberg, Bochums höchste natürliche Erhebung. Auch hier verläuft ein schöner Trail hinauf abseits des Hauptweges, den wir selbstverständlich mitnehmen.

Vom Henkenberg aus geht es Richtung Ruhr, wo der historische Leinpfad belaufen wird. Der Weg über altes Kopfsteinpflaster diente früher dem Treideln mit Zugpferden. So wurden ab Ende 18. Jahrhundert Lastkähne flussaufwärts zu den Zechen gebracht und dort mit Steinkohle beladen. Am schönsten ist der Weg in den frühen Morgenstunden. Über der Ruhr liegt leichter Dunst und Graureiher schweben im Licht des Sonnenaufgangs. Auf Höhe der Gastronomie Alte Fähre (km ca. 14,2) ist auf der anderen Ruhrseite Burg Blankenstein zu erblicken. Man verlässt nun den Leinpfad und erklimmt (zunächst über ein paar Stufen gleich hinter der Gastronomie) einen Trail der oberhalb des Leinpfads bis zur Kemnader Brücke führt. Hier gibt es beim Überqueren einen Hieb Asphalt, dafür wird man anschließend mit dem Blick auf die Wasserburg Haus Kemnade belohnt. Wir erreichen die Großkreuzung Steinenhaus, benannt nach einem einstigen Gasthof (vis-a-vis), wo heute ein Swingerclub zu Hause ist. Der erlangte 2019 überregionale Bekanntheit, weil bei einem Rettungseinsatz der Feuerwehr zahlreiche Nackedeis evakuiert und ins nahe gelegene Haus Kemnade gebracht werden mussten. Direkt hinter dem Club führt die kleine Asphaltstraße Im Katzenstein steil bergan, die aber schon nach wenigen Metern, bei erreichen der Baumgrenze, linker Hand auf einen Trail verlassen wird. Dort läuft man zunächst geradeaus, folgt dann aber vor der Wiese dem Trail nach rechts immer leicht bergan bis man einen asphaltierten Waldweg erreicht. Wir halten uns links auf dem Asphalt bis zur Gastronomie Krans im Katzenstein, um dann u-turn-mäßig auf den Röhrkenweg abzubiegen. Von dort (ca. km 17,2) geht’s gleich wieder rechts ab auf die Trails. Bei ca. Kilometer 18 überqueren wir die Buchholzer Straße, weiter geht’s – mit nur kurzen Unterbrechungen – auf Waldwegen bis die Sprockhöveler Straße erreicht wird. Nun ist wieder Aufmerksamkeit gefragt, denn wir laufen parallel zu einer kleinen asphaltierten Waldstraße namens Heierberg. Hier nicht die Nerven verlieren, denn zum Einstieg geht es durch etwas unwegsam scheinendes Gehölz. Der erkennbare Trail ist aber schnell wieder da und mit dem Wissen im Hinterkopf, dass er parallel zum asphaltierten Heierberg verläuft, kann man sich gut orientieren. Sobald wir Blick auf ein freies Feld haben (bei ca. km 20), halten wir uns links und noch mal leicht links (Achtung, es geht nicht über den Hauptweg am Rande des Feldes), um auf eines der leckersten Trailstücke der ganzen Strecke zu gelangen. Wir erreichen bald den Rand des Unteren Sprockhöveler Bachtals und halten uns nun Richtung Norden. Es geht teils über Waldstraßen, Forstweg und schließlich auch wieder über Trails parallel zur Waldstraße. Die Strecke führt nun durch den Sünsbruch und schließlich über ausgetreten Holztreppen hinunter zum Sprockhöveler Bach, der ebenso überquert wird wie ein paar Meter weiter die Bredenscheider Straße. In der Kurve orientieren wir uns gleich hinter einer Unterführung links hoch zu einer ehemaligen Kohlenbahnstrecke, die heute ein Radweg und Teil der Deutschen Fußballroute NRW ist (ca. km 26). Wir halten uns wieder links und laufen durch den 195 m langen Schulenbergtunnel an dessen Ende wir scharf rechts hoch über Treppen in den Schulenberger Wald abbiegen, vorbei an der Gastronomie Die Neue Schulenburg. Über 5 Kilometer folgen wir dort oben Trails und Waldwegen Richtung Südwesten bis an den Ortsrand von Velbert-Nierenhof. Dort gilt es bei ca. km 30,3 das Eintauchen in einen versteckt gelegen Trail nicht zu verpassen, auf den man geradeaus und leicht bergab zuläuft. Hat man den Abschnitt richtig erwischt, folgt ein Teilstück, dass am Ende durchaus anspruchsvoll bergab zu laufen bzw. notfalls auf dem Allerwertesten zu rutschen ist. An einem schmalen Felsstück vorbei geht es auf einen öffnenden Waldplatz zu und von dort an den Siedlungsrand auf die Alte Poststraße. Leicht abwärts laufend und zwei Schlenker weiter (am Sandsteinhaus abbiegen) stehen wir an der Hattinger Straße (eine andere übrigens als zu Beginn der Tour), rechter Hand gibt’s eine Tankstelle, beliebt zum Nachtanken auch bei Läufern und Wanderern. Wir überqueren die Hattinger Straße, laufen kurz links und dann recht eine kleine Rampe hoch. Es geht kurz durch eine Wohnsiedlung und nach einer Spitzkehre gleich rechts ein paar Stufen hinab. Wenn’s nach Pferdemist riecht, ist man richtig, denn rechts liegend finden sich einige Stallungen. Wir laufen alle Treppen bis runter zur Kohlenstraße, dann rechts auf die Evangelische Kirche Nierenhof zu, vor der rechts abbiegen und gleich links den Trail zum Kressenberg hochlaufen. Nach einem für Ruhrgebietsverhältnisse langen Anstieg geht’s recht auf dem Bergrücken weiter wobei (wieder mal Obacht!), der schöne Trail rechts parallel zum Hauptweg verläuft. Ein Stück, das man keinesfalls verpassen sollte. Erst wenn die letzten möglichen Trailmeter dort oben gelaufen sind, verlassen wir den Wald auf die kleine Straße Kressenberg. Hier öffnet sich bei klarem Wetter ein Fernblick Richtung Norden. Mit etwas Glück entdeckt man sogar die Stahlbögen des Horizont-Observations von Halde Hoheward in Recklinghausen (Route der Industriekultur). Kaum haben wir den Ausblick genossen, ist wieder Aufmerksamkeit gefragt. Nach nur wenigen Metern Asphalt geht es versteckt rechts ab auf einen Downhilltrail (ca. 33,5 km, hinter ein paar kleinen weißen Steinpollern), der nur kurz von einer kleinen Straße unterbrochen wird, dann aber sehr fluffig abwärts führt. Den Trail haben inzwischen auch MTBler entdeckt, gegenseitige Rücksichtnahme ist also oberstes Gebot, damit niemand zu Schaden kommt. Gegen Ende ist die Wegfindung aufgrund zahlreicher Sturmschäden etwas unübersichtlich, aber man landet immer auf der Tippelstraße, die weiter abwärts bis zum Fuße des Isenbergs führt. Den gilt es nun in einer Art 8ter-Schleife hoch und wieder runter mitzunehmen. Gleich zu Beginn der kleinen Asphaltstraße Am Isenberg zweigt links hinter einem Absperrgitter ein steiler Trail mit Abschnitten auf, die besser gehend, denn laufend absolviert werden. Kurz unterhalb des Gipfels laufen wir ein paar Meter rechts runter, dann gleich wieder links auf einen Trail um am Ende oben hinter den Burgruinen auf dem Bergkamm auszukommen. Hier links Richtung Burgruine und Haus Custodis laufen. Man passiert das Mahnmal des geräderten Grafen Friedrich von Isenburg, der im Jahre 1.226 für den Mord an Erzbischof Engelbert I von Köln verantwortlich gemacht und durch Rädern hingerichtet wurde. Inzwischen stehen über 35 Kilometer auf der Uhrm und wir werden uns auch irgendwie gerädert vorkommen, aber mit dem Bahrenberg wartet noch ein letzter Anstieg. Dafür laufen wir über die Burgwiese und den Hauptweg zurück zum Fuße des Isenbergs und hinüber Richtung Campingplatz / Freizeitdomizil Ruhrtal, das wir in nördliche Richtung linksseitig passieren. Am Ende der Gasse geht es unvermittelt auf einen Trail, der parallel zur Isenberstraße verläuft und hinter dem Restaurant Odysseus / Zum Deutschen endet, wo wir uns nach links orientieren und bergan auf die Wasserstraße laufen, die wenig später links weggeht, während die Straße geradeaus Am Bahrenberg heißt, wo wir auch bleiben. Um kurz später links und wieder rechts in einen Seitenarm der Straße abzubiegen. Nicht irritieren lassen, wenn es aussieht als käme landete man in einer Sackgasse. Am Ende des Weges, der aussieht als wäre es nur eine Zufahrt zum Wohnhaus geht es geradeaus auf einen Trail, der hoch zum Bahrenberg führt. Oben angekommen laufen wir eine Schleife, um schon bald zwischen Bauernhäusern links auf einen Forstweg abzubiegen, der weiter unten zum Trail wird. Und nach einer Kehre rechts (ca. km 40) zum Fuße des Bahrenbergs führt. Dort angekommen wenden wir uns nach rechts auf die Isenbergstraße, um von dort gleich wieder links in einen versteckt liegenden Trail abzubiegen. Dem folgen wir bis bergan und leicht links, bis uns das Gehölz an einem Tennisplatz wieder ausspuckt. Hinter dem Platz geht’s abwärts über eine kleine Straße (Am Kempel) bis wir den Ruhrtalradweg erreichen, wo wir links abbiegen. Dem Weg folgen wir nur für ein paar Meter, um links auf einen Wiesentrail abzubiegen. Der uns in einem Bogen Richtung Dahlhauser Schwimmbrücke bringt, die unter Denkmalschutz steht und mit der 200 Meter entfernt gelegenen Ruhrschleuse zur Route der Industriekultur zählt. Hinter der Schwimmbrücke halten wir uns links und laufen dem Ziel entgegen. Bildrechte: * Haus Kemnade (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/68/Haus_Kemnade2.jpg) * Schulenbergtunnel (https://de.wikipedia.org/wiki/Schulenbergtunnel#/media/Datei:Schulenbergtunnel-Innen-03-2015.jpg)

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